Ambulante Begleitung

Begleitung in der letzten Lebensphase

Die meisten Menschen möchten ihre letzte Lebensphase in vertrauter häuslicher Umgebung verbringen. Ein Wunsch, der für Angehörige nicht selten eine große Herausforderung bedeutet. Hier bietet der Hospizverein Lüchow-Dannenberg e.V. seine Hilfe an. Unsere speziell ausgebildeten Mitarbeiter-Innen suchen schwerstkranke Menschen zuhause, in der Pflegeeinrichtung oder im Krankenhaus auf und schaffen in der persönlichen Begegnung einen Raum, in dem offene Gespräche über das Leben, das Sterben und den Tod möglich werden. In speziell abgeschlossenen Kooperationsverträgen mit diesen Einrichtungen wird die Zusammenarbeit definiert und geregelt.

 

Wir schenken Zeit

Hospiz hört zu, wenn Trauer, Zweifel oder Angst scheinbar übermächtig werden. Wir sind dabei behilflich, Unerledigtes zu regeln und Abschied
i
n  Ruhe geschehen zu lassen. Angehörige erfahren durch uns nicht nur Beistand und Trost, sie bekommen auch fachliche Beratung in allen

wichtigen Fragen der häuslichen Versorgung, Informationen über Pflege-dienste, Hilfsmittel und Patienten- bzw. Betreuungsverfügungen.
Auf Wunsch 
bieten wir unsere Unterstützung auch zu Fragen der Bestattung an.

 

Sterben heißt Leben bis zuletzt

Nähe braucht Zeit. Eine Begleitung ist umso erfüllender, je früher sie beginnt. Die Kontaktaufnahme mit dem Hospizverein sollte also nicht zu spät erfolgen. Am Beginn steht ein unverbindliches Gespräch mit den haupt-amtlichen KoordinatorInnen: Was möchten Sie wissen, welche konkrete Hilfe benötigen Sie? Die Auswahl einer ehrenamtlichen Begleitung erfolgt dann in Absprache mit allen Beteiligten.

 

Kontakt

Falls Sie Fragen zu einer möglichen Begleitung haben, rufen Sie uns gern an. Unsere beiden Koordinatorinnen helfen Ihnen gern weiter.

Oder benutzen Sie das Kontaktformular.

 

Bericht einer Ehrenamtlichen:

 

"Sie werden die "Ehrenamtlichen" genannt, die BegleiterInnen von schwerkranken und sterbenden Menschen. Und das reduziert ihre Arbeit scheinbar auf die "Umsonstigkeit" (Ivan Illich). Es ist gleichwohl in der ökonomisierten Versorgung von Menschen an ihrem Lebensende ein Angebot einer Gegenwelt: gelebte Menschlichkeit, Zeit, Zuwendung, bedingungslose Akzeptanz, Gesprächsangebote. Für dieses "Amt" ist die HospizbegleiterIn qualifiziert durch einen Schatz an Erfahrungswissen über das Sterben und das Trauern in unserer Gesellschaft. Dieses Sterbewissen und eine mutige Portion Intuition, ermöglichen uns Kontakt und Zugang zu bis dahin unbekannten Menschen.. Und immer wieder erleben wir staunend, wie an der Grenze von Leben und Tod Vertrautheit und Offenheit entstehen und sich Beziehungen von besonderer Intensität entwickeln.

Dazu ein sehr eindrückliches Beispiel aus meinem Erfahrungsschatz: Von den Töchtern wegen der Unruhe der seit einiger Zeit bettlägerigen Mutter um Hilfe gebeten, erfuhr ich, dass diese bis vor kurzem noch täglich große Fußmärsche machte. Ich deutete die Unruhe der Beine als Unterwegssein und nachdem sich zu Mutter und Töchtern ausreichend Vertrauen entwickelt hatte, machte ich ein Angebot zum gemeinsamen laufen vom Bett zum Sessel. Das wurde ohne Zögern angenommen und so wanderten wir gemeinsam - ich rückwärts, sie mit den Händen auf meinen Schultern - durch die Wohnung. Das war eigentlich verboten und die Töchter hielten die Luft an. Doch die Mimik der Mutter zeigte uns allen Stolz und Zufriedenheit. Nach einigen entspannten Stunden im Sessel starb die Mutter unaufgeregt und ruhig.

Ich hatte den Wunsch der Mutter erahnt/erkannt und habe ihr dafür Begleitung und Sicherheit angeboten. Darum geht es in unserer Arbeit: die je individuellen Wünsche zu erkennen, sie zu würdigen und ihre Erfüllung
zu ermöglichen. Es gab sicher eine Zeit, in der diese Art des Engagements der eigenen Ehre zuträglich war. Ich für mich bin eher dankbar für das geschenkte Vertrauen."

Irmela Turmann, April 2020