Aktuelles

 

6. Wendländischer Hospiztag - eine kleine Nachlese

 

Am 29. Oktober 2022 lud der Hospizverein Lüchow-Dannenberg – wie jedes Jahr zum Anlass des Welthospiztages -wieder zu einem Hospiztag ein, mit interessanten Vorträgen, mit Musik am Akkordeon und der Gitarre, einem leckeren Kuchenbuffet und Zeit für anregende Gespräche.

 

Den Anfang machte der Allgemeinmediziner Dr. Wolfgang Knüll.
Seine Ausführungen zum Thema "Nahtoderfahrung im Lichte wissenschaftlicher Erkenntnisse" waren beeindruckend.
Systematisch referierte er über die aktuelle Forschungslage zum Thema Bewusstsein und dem Nahtod, also einem klinisch festgestellten Tod und einer erfolgreichen Wiederbelebung /Reanimation, und bezog sich vor allem auf eine Langzeitstudie des niederländischen Kardiologen Pim van LommelDessen Ergebnisse wurden 2001 im renommierten medizinischen Fachblatt,
dem "Lancet", veröffentlicht. Die Zeugnisse, die Erzählungen
von Menschen, die als klinisch tot erklärt worden sind, lassen sich nicht mehr ignorieren
oder als esoterische Spinnerei, als Ergebnis einer Massensuggestion, als Wichtigtuerei oder wie auch immer klein reden.

Hier sollte auch die Medizin einen Paradigmenwechsel vollziehen. Dr. Knüll schlüsselte die einzelnen, typischen Bestandteile einer Nahtoderfahrung auf und fasste diese Elemente mit dem Kernbegriff der "Nichtlokalität" zusammen. Dieses Phänomen ist schon länger in der Quantenphysik bekannt, und in diesem subatomaren naturwissenschaftlichen Bereich,
von dem selbst Quantenphysiker unumwunden zugeben, dass sie ihn immer noch nicht wirklich verstanden haben, ist wohl auch die Erklärung für diese scheinbar unerklärlichen Nahtoderfahrungen zu suchen.

 

Die stellvertretende Vorsitzende des Hospizvereins Lüchow-Dannenberg, Rosemarie Knist, befasste sich in ihrem Vortrag „Das Lebensende - ein Spannungsfeld für die Angehörigen“ mit den Sorgen, Nöten und Belastungen von pflegenden Angehörigen, ein gesellschaftlich überaus bedeutsames Thema, wenn man bedenkt, dass laut Destatis 4 von 5 Pflegebedürftigen
zu Hause versorgt werden, und das meist von weiblichen An
gehörigen (zwischen 70 und 80%). Rosemarie Knist beleuchtete viele Aspekte der Pflegearbeit, gab hilfreiche Tipps und konnte dabei aus ihrem reichen Erfahrungs- und Wissensschatz als Personal Coachin schöpfen. Sie schloss mit der eindringlichen Bitte an pflegende Angehörige, jede Hilfe anzunehmen, die es gibt.

 

Von einer wieder ganz anderen Seite näherte sich Trauerredner Andreas Süskow aus Schnega dem Thema Tod und Sterben, mit emotional anrührenden Geschichten und Anekdoten, immer versöhnlich und mit Humor. Seine Botschaft: Der Tod ist nicht unser Feind, wir sollten ihn eher als Freund betrachten. Zum Ausklang des Hospiztages lud er mit dem erzgebirgischen Volkslied "Feierohmd" zum Mitsingen ein, und nach dem Informations-Input der Vorredner/innen hatte das gemeinschaftliche Singen eine befreiende Wirkung. Das Publikum bedankte sich bei ihm mit Standing Ovations.

Zwischen den Beiträgen bereicherte Karsten Köppen mit Musikstücken unterschiedlicher Art auf dem Akkordeon das Programm. Der Hospizverein präsentierte auch eine kleine Kunstausstellung mit Werken von Alisha Binding aus Klein Heide. Ihre meist starkfarbigen Bilder malt sie mit Acryl- und Gouachetechnik.

 

Der Hospizverein Lüchow-Dannenberg bedankt sich sehr herzlich für die geschmackvolle Dekoration des Lüchower Bestattungshauses Schmidt-Maury und die Bücher, die vom Dannenberger Buchladen Hielscher zum Verkauf
zur Verfügung gestellt worden sind. 
Letztendlich auch ein Dankeschön an die Ehrenamtlichen und den Vorstand für die vielen Kuchenspenden. Herzlichen Dank an alle Gäste, Teilnehmer und Spender!

 

  • Corona

Aufgrund der aktuellen Einschränkungen und Kontaktbeschränkungen

gibt es zur Zeit Unregelmäßigkeiten bei unseren fest geplanten Terminen

und Veranstaltungen. Das Trauercafé in Dannenberg und Lüchow sowie die Sprechstunde in der Elbe-Jeetzel-Klinik finden zur Zeit auf Anfrage und nach vorheriger Anmeldung wieder statt! Ansonsten gelten die allgemein bekannten aktuell erforderlichen Abstands- und Hygieneregelungen.

Wir bitten um Ihr Verständnis.

 

  • Informationsstand am verkaufsoffenen Sonntag

Die Koordinatorinnen des Hospizvereins, Hannah Köppen (links) und Corinna Siebert luden an ihrem Informations-Stand am verkaufsoffenen Sonntag in Dannenberg am 25. September wieder zu Gesprächen ein. Trotz zeitweiligen Regens war die Veranstaltung sehr gut besucht.

 

  • Sterbebegleiter ausgebildet

Kurs 2021/2022

 

Kurs 2019/2020

 

Der Befähigungskurs umfasste ca. 80 Stunden und wurde mit einem praktischen Einsatz abgeschlossen. Vielfältige, klar strukturierte Kursinhalte umfassten ein breites Spektrum -von den rechtlichen Grundlagen über Krankheitsbilder und Pflegegesten bis hin zur Balance zwischen Nähe und Distanz-, das den künftigen Begleitern von der fachlich versierten Kursleiterin Hannah Köppen behutsam vermittelt wurde. Die Teilnehmer profitierten von ihrer langjährigen Erfahrung in der Hospizarbeit, für die sie ermutigte.

 

Den anderen in seiner Ganzheitlichkeit wahrzunehmen, authentisch sein

und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten haben, das seien Grundlagen bei der kommenden Aufgabe, die neben ganz praktischen Hilfen in erster Linie Beziehungsarbeit sei. Was sich wie ein roter Faden durch die Schulungsabende zog, ließ auch unter den Teilnehmern eine vertrauensvolle Zusammenarbeit entstehen - und Toleranz, auch bei den durchaus kontroversen Sichtweisen einen regen und intensiven Austausch zu pflegen. Die neuen Sterbebegleiter verstehen sich als Lebensbegleiter nicht nur in schwerer Krankheit, sondern vor allem auch als Mitmensch in einem natürlich abnehmenden Lebensabschnitt. Sie begleiten dort, wo sie gerufen werden und schenken Zeit und oft auch Zuversicht. Gerade in Zeiten der Corona-Krise und -Verunsicherung leiden Kranke und Sterbende doppelt
an der sozialen Isolation. Die Hospizarbeit kann hier einen wertvollen gesellschaftlichen Beitrag leisten und Nähe und Dasein vermitteln.

 

  • Zweite Koordinatorin

Seit Oktober 2019 ist Hannah Köppen aus Lüneburg als 2. Koordinatorin

an der Seite von Corinna Siebert. Hannah Köppen  (Soziale Fachkraft für Palliativ Care und zertifizierte Trainerin für Hospizhelfer) verfügt über jahrelange Erfahrung in der Hospizarbeit und hat bereits viele Jahre in einem Hospizverein sowohl ehrenamtlich als auch als Koordinatorin gearbeitet.
Ihr Lebensmotto lautet: "Es gibt nichts Gutes... außer man tut es!"

Frau Köppen leitet den Befähigungskurs für ehrenamtliche Sterbebegleiter und bietet außerdem "Letzte-Hilfe-Kurse" im Landkreis und im Lüneburger Raum an.